Unterstützungsangebote für Familien mit Frühchen

In den vergangen Stunden und Tagen hat sich für dich und deine Familie vieles komplett verändert. Der gewohnte Alltag scheint still zu stehen. Eure ganze Kraft gilt nun eurem neugeborenen Kind/Kindern. Fragen wie „Können die Ärzte meinem Kind helfen?“, „Was kann ich als Mutter oder Vater für mein Kind tun?“ oder „Wie wird es weiter gehen?“ stehen nun für euch im Mittelpunkt.

Diese Seite möchte euch auf die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung für Familien mit Neugeborenen hinweisen. Ich hoffe, euch damit etwas mehr Sicherheit zu geben, so dass ihr ganz für eurer Baby da sein könnt.

 

finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten in Deutschland

  • Meldet euer Kind beim Standesamt an (spätestens 5 Tage nach der Geburt!). Die Geburtsurkunde braucht ihr zur Beantragung verschiedenster Geldleistungen.
  • Bei unverheirateten Eltern bedarf es der Vaterschaftsanerkennung. Durch die Anerkennungserklärung beim Standes-­ oder Jugendamt wird der Vater in die Geburtsurkunde aufgenommen. Auch die Frage des Sorgerechts ist festzulegen.
  • Meldet euer Kind bei der Krankenkasse eurer Wahl an, insbesondere dann, wenn ein Elternteil privat und das andere gesetzlich versichert ist. Manche Krankenkassen haben auch für Kinder Bonusprogramme. Fragt nach und beantragt gegebenenfalls hierzu ein Bonusheft.
  • Prüft, ob eurer Arbeitgeber Sonderurlaub gewährt und/ oder einen Bonus zur Geburt zahlt. Möglicherweise könnt ihr ab sofort eine Kinderzulage beanspruchen, die ihr jedoch beantragen müsst.
  • Mutterschaftsgeld steht euch während der Zeit des gesetzlichen Mutterschutzes zu, wenn ihr zu Beginn des Mutterschutzes krankenversichert waren. Den Antrag hierzu stellt ihr bei eurer Krankenkasse. Von der Krankenkasse erhaltet ihr 13 Euro pro Tag, die Differenz zu eurem bisherigen Nettogehalt zahlt euer Arbeitgeber. Beachtet  die Verlängerung des Mutterschutzes! Bei Früh-­ und Mehrlingsgeburten verlängert sich die Mutterschutzfrist auf 12 Wochen nach der Geburt plus die Anzahl an Tagen des Mutterschutzes, die vor der Geburt nicht in Anspruch genommen werden konnten.
  • Elterngeld steht generell für die Dauer von zwölf Monaten zur Verfügung. Vater und Mutter können sich den Zeitraum des Elterngeldbezuges frei aufteilen. Zwei weitere Monate Elterngeldbezug stehen zur Verfügung, wenn ein Elternteil mindestens zwei Monate Elterngeld bezieht (der andere Elternteil dann entsprechend 12 Monate). Beide Partner können auch zur selben Zeit Elterngeld beziehen. Das Elterngeld beträgt 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Geburtsmonat des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens aus Erwerbstätigkeit, maximal jedoch 1.800 Euro monatlich. Es wird für alle vollen Monate gezahlt, in denen die berechtigte Person kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt. Das Elterngeld wird mit dem Mutterschaftsgeld verrechnet. Ihr müsst hierüber euren Arbeitgeber rechtzeitig informieren – dies ist bei einer Frühgeburt nicht immer möglich. Oft ist man auf Kulanz des Arbeitgebers angewiesen. Die Anträge erhaltet ihr beim Zentrum Bayern Familie und Soziales.
  • Kindergeld erhaltet ihr gestaffelt. Für das erste und zweite Kind jeweils 184 Euro monatlich, für das dritte Kind 190 Euro und für das vierte und alle weiteren Kinder 215 Euro. Beantragen könnt ihr  das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit in euren Wohnort.
  • Habt ihr ein älteres Kind, das während der Zeit Ihres Krankenhausaufenthaltes betreut werden muss, steht euch unter Umständen eine Haushaltshilfe zu. Meldet euch schnellstmöglich bei eurer Krankenkasse und bei einem Träger, der den Dienst der Haushaltshilfe anbietet (z.B. Familienpflegewerke, Generationenbund BGL, Freiwilligenagenturen).
  • Fahrtkosten zum Besuch eures Kindes im Krankenhaus zahlt Ihnen gegebenenfalls eure Krankenkasse. Hierzu ist eine Bescheinigung der Ärzte notwendig, aus welcher hervorgeht, dass eure Anwesenheit zur Genesung eures Kindes förderlich ist (medizinische Notwendigkeit).

Tipp: Notiert alle Fahrten, die ihr ins Krankenhaus zurücklegt. Nehmt rechtzeitig   Kontakt mit eurer Krankenkasse auf. Es besteht kein einklagbarer Rechtsanspruch auf Fahrtkosten. Hartnäckigkeit gegenüber der Krankenkasse zahlt sich jedoch häufig aus

  • Denkt auch an  eure Steuererklärung. Lasst eure Kinderfreibeträge auf eure Lohnsteuerkarte eintragen. Unter „Außergewöhnliche Belastungen“ könnt ihr Kosten angeben, die im Rahmen der Frühgeburt und der sich möglicherweise anschließenden Behandlungen ergeben, zum Beispiel Fahrtkosten zum Krankenhaus, Therapien, Brille, Helmtherapie u.a.

Für die Zeit nach dem Krankenhaus:

  • Oftmals stehen für Frühchen unterschiedliche Therapien an. Vieles hiervon wird von der Krankenkasse übernommen oder bezuschusst. Fragt jeweils nach. Ohne Antrag kein Geld! Legt den Anträgen alle euch zur Verfügung liegenden Arztberichte in Kopie bei!

    Anlaufstellen für die unterschiedlichen Therapien sind in der Regel die Frühförderstellen bzw. die sozialpädiatrischen Zentren.

    In der Region gibt es ein Heilpädagogisches Zentrum in Piding (mit Außenstellen in Freilassing und Berchtesgaden), ein Heilpädagogisches Zentrum in Ruhpolding, sowie das SPZ Traunstein.

  • Häufig besteht für Frühchen, im Vergleich zu den „Altersgenossen“, ein erhöhter Pflegebedarf. Euch steht dann gegebenenfalls Pflegegeld zu. Dies könnt ihr bei der Pflegekasse eurer Krankenkasse beantragen. Je nach Pflegebedürftigkeit beträgt die Unterstützung mehrere hundert Euro pro Monat.
  • Bei manchen Frühchen liegt im Sinne des Gesetzes eine (Schwer‐)Behinderung vor. Auch hier gilt der Vergleich des Kindes zu den „Fähigkeiten“ der entsprechenden „Altersgenossen“. Mit einem (Schwer‐)Behindertenausweise habt ihr Steuervorteile und kommt in den Genuss von Ermäßigungstarifen oder bevorzugten Behandlungen. Informationen und Anträge erhaltet ihr beim Versorgungsamt.

Tipp: Wenn ihr Hilfe beim Beantragen einer Pflegestufe sowie im Weiteren bei der Bewältigung eures Familienalltages mit einem beeinträchtigten Kindes benötigt, könnt ihr euch in der Region auch an die Lebenshilfe BGL bzw. die Lebenshilfe TS wenden.

 

spezialisierte, regionale Anlaufstellen

Verein Früh-R-leben – Salzburger Förderverein für Frühchen

 

Interessante Internetadressen für Frühchen-Eltern

Bundesverband „Das Frühgeborene Kind“ e.V.

Frühchenforum Online – Das Forum rund ums Frühchen (in Deutschland)

 

 

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