Kinderbetreuung von A bis Z

Regionale Anlaufstellen im Bereich flexible Kinderbetreuung

im Berchtesgadener Land:
im Landkreis Traunstein.
in Salzburg:

 

Hilfreich ist auch immer eine Kontaktaufnahme mit dem Forum Familie vom Land Salzburg.

 

Gruppen auf Facebook:

Flexible Kinderbetreuung in BGL, TS und Salzburg

Babysitter – Wunschomas – flexible Kinderbetreuung im PINZGAU

 

 

überregionale Plattformen:

Wie findet ihr den richtigen Kinderbetreuer?

Wichtig ist vor allem, dass ihr euch überlegt, ob ihr wirklich bereit seid, eurer Kind für ein paar Stunden aus der Hand zu geben und einer vertrauten Person zu überlassen. Eure innere Bereitschaft ist wichtig, damit ihr und der Babysitter ein gutes Team werdet.

Sprecht mit anderen Müttern, die auf eurer „Wellenlänge“ liegen, wie sie es gemacht haben: wann zum 1.Mal, mit welchen Erfahrungen etc.

Wichtig ist, euer Kind braucht Konstanz in seiner Betreuung! Also am besten einen kleinen Pool an Menschen ausfindig machen, denen ihr gelegentlich oder auch regelmäßig euer Kind überlassen könnt.

Ist Jemand zur Kinderbetreuung gefunden, steht die nächste Frage an, wie muss ein guter Kinderbetreuer sein, was muss er/ sie können? Entscheidend ist der persönliche Eindruck. Man sollte die Freude am Umgang mit Kindern spüren, er/sie sollte liebevoll, einfühlsam und aufgeweckt sein. Kenntnisse im Umgang mit Kindern bzw. in der Säuglingspflege sind von Vorteil.

Habt ihr das Gefühl, dass der Kinderbetreuer mit der Situation zurechtkommt? Zu jung sollte er nicht sein (mindestens 16 Jahre). Jugendliche sind mit schwierigen Situationen schneller überfordert. Achtet darauf, ob euer Gegenüber zuhört, nicht überfordert wirkt und nicht zu unsicher – im Umgang mit Kindern muss man auch schnell Entscheidungen treffen können und wissen, an wen man sich in Zweifelsfällen wendet.

Bevor ihr euer Kind einem Kinderbetreuer anvertraut und ihr die beiden das 1.Mal alleine lasst, solltet ihr und vor allem eurer Kind die Betreuungsperson schon einigermaßen kennen. Ladet den Kinderbetreuer zu euch ein, lasst ihn/sie mit eurem Baby spielen, unterhaltet euch. Dann erhält man am ehesten einen Eindruck, ob deine Familie mit dem Kinderbetreuer zusammen passt.

 

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©emailme3/ pixabay


Tipps zur Absprache zwischen Eltern und Kinderbetreuer

Nachfolgende Punkte sollten geklärt sein, bevor ihr euer Kind das erste Mal mit dem Babysitter alleine lasst:

  • Wo befindet sich was in der Wohnung/ im Haus (Kinderzimmer, Badezimmer, Windeln, Pflegeutensilien, persönliche Gegenstände des Kindes wie z.B. Schnuller, Kuscheltier, Spieluhr, Wohnungsschlüssel, Bettwäsche, Handtücher etc.)?
  • Bedienungsanleitungen geben, z.B. von Telefon, Mikrowelle, Breizubereitung
  • Es empfiehlt sich, die Gewohnheiten und Eigenheiten des Kindes vorher genau mitzuteilen. Wichtig sind z.B. Rituale beim Wickelablauf, beim ins Bett gehen, Essensgewohnheiten, Allergien
  • Umgangsvorgaben absprechen (z.B. zur Ernährung – Fläschen, Brei, Getränke, Süßigkeiten; Fernsehen, Zähne putzen, Medikamente, Kinderwagen, Beschäftigung mit dem Kind)
  • Gebote und Verbote für das Kind sollten vor Betreuungsbeginn besprochen werden
  • zusätzliche Aufgaben des Kinderbetreuers absprechen
  • Möglichkeiten des Kinderbetreuers in der Betreuungszeit absprechen – z.B. Spielplatz gehen, Fernsehen
  • Erreichbarkeit während der Abwesenheit der Eltern klären sowie weitere Ansprechpartner hinterlegen
  • wichtige Telefonnummern griffbereit hinterlegen (Hausarzt, Kinderarzt, Vergiftungszentrale, Feuerwehr, Polizei)
  • genaue Absprache der Betreuungszeit – Kinderbetreuer sollte möglichst 15min vor Beginn der Betreuungszeit da sein, damit Absprachen noch möglich sind

Wichtig ist auch, dass ihr als Eltern eurem Kind das Gefühl gebt, dass ihr wiederkommt. Geht nie weg, ohne euch zu verabschieden. Das mag kurze Zeit schmerzhaft sein, aber ein guter Kinderbetreuer hat euer Kind schon wieder abgelenkt, wenn ihr das Haus verlassen habt.


Wie organisiere ich die Zusammenarbeit mit einem Kinderbetreuer?

Vielleicht habt ihr das Glück, einen Babysitter gefunden zu haben, der ihr regelmäßig zur Betreuung habt. Jetzt stellt sich die Frage, wie könnt ihr euren Kinderbetreuer engagieren, dass es auf legalen Füßen steht?

Eine kompetente Beratung bietet die Minijob-Zentrale für Deutschland und das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz für Österreich.


Wo beginnt die Schwarzarbeit… Und warum lohnt sich der legale Beschäftigungsweg?

Der Schwarzmarkt im Bereich der Kinderbetreuung blüht. Umso länger man sich mit der Thematik beschäftigt, umso komplizierter wird es. Nachfolgend ein paar Facts, warum es sich definitiv trotzdem lohnt, den Babysitter legal zu beschäftigen:

Bei Anmeldung des Kinderbetreuers können die Eltern Kosten für die Kinderbetreuung steuerlich absetzen: in Deutschland: bis zu 4000€/ jährlich pro Kind  bis zum 14.Lebensjahr des Kindes und in Österreich: bis zu 2300€/ jährlich pro Kind (Stand: 01/2017)

Nähere Informationen dazu findet ihr:

Homepage des Bundesministeriums für Familie und Jugend (Österreich)

Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Deutschland)

Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn ihr beim Finanzamt eine Rechnung des Babysitters vorweisen könnt. Zudem muss nachweisbar sein, dass der Rechnungsbetrag von Konto zu Konto ausgezahlt wurde. Die Rechnung des Babysitters muss alle notwendigen Informationen enthalten.

> Ist der Kinderbetreuer ohne Gewerbeschein bzw. auf Minijob-Basis tätig, gibt es nur mündliche Vereinbarungen und erfolgt die Bezahlung bar, gilt dies als Schwarzarbeit. Folgen sind Verstoß gegen Steuerrecht, Verstoß gegen Sozialversicherungsrecht, Umgehung von Mitteilungspflichten gegenüber der Agentur für Arbeit, Trägern der Grundsicherung, Sozialämter. Folgen sind im Zivil- und Strafrecht ggf. auch gegenüber dem Finanzamt zu erwarten. Folgen gibt es dann ggf. nicht nur für den Babysitter, sondern auch für euch Eltern, da ihr der Auftraggeber seid.

> Keine Schwarzarbeit sind Hilfestellungen durch Angehörige oder Lebenspartner sowie Nachbarschaftshilfe oder Gefälligkeiten, wenn sie nicht nachhaltig auf Gewinnerzielung gerichtet sind.

Haftpflichtversicherung: Macht der Kinderbetreuer in eurem Haushalt absichtlich od. unabsichtlich was kaputt, springt nicht automatisch dessen Haftpflichtversicherung ein. Es kann sein, dass der Kinderbetreuer die Kosten selber übernehmen muss bzw. ihr als Eltern auf diesen Kosten sitzen bleibt. Also auch diese Frage vor Beginn der Kinderbetreuung klären!

Unfallversicherung: Probleme gibt es für Kinderbetreuer und Eltern, wenn es während der Kinderbetreuung zu einem Unfall kommt. Die gesetzl. Unfallversicherung kann die Behandlungskosten vom Auftraggeber (Eltern) zurückfordern. Außerdem kann die gesetzl. Unfallversicherung Beiträge auch rückwirkend geltend machen (für bis zu 4 Jahre). Richtig schwierig wird es, wenn der Kinderbetreuer z.B. auch Fahrdienste übernimmt, also z.B. euer Kind vom KIGA abholt. Der Kinderbetreuer braucht dafür einen Personenbeförderungsschein.


Kinderbetreuung auch ein Arbeitsfeld für mich als Mama/ Papa?

Babysitter kann im Grunde Jeder werden, es ist i.d. R. keine pädagogische Qualifikation erforderlich. Anders als bei der Tagesmutter/-vater ist das Tätig sein als Babysitter nicht geknüpft an die Genehmigung des örtlichen Jugendamtes (Pflegeerlaubnis + Besuch der Tagespflegeausbildung). Wichtig ist, als Babysitting bezeichnet man jede Form der Kinderbetreuung, bei der das Kind weniger als 15 Std. in der Woche und nicht länger als für einen Zeitraum von 3 Monaten betreut wird. Babysitting findet üblicherweise im gewohnten Umfeld des Kindes, also zu Hause bei den Eltern statt.

Zu empfehlen ist, dass der Babysitter folgende Qualifikationen vorweisen kann:

  • Babysitterausbildung
  • Erste Hilfe – Kurs für Säuglinge
  • Erfahrung im Umgang mit Kindern (durch Arbeit im KIGA od. durch eigene Kinder
  • erweiteres Führungszeugnis ohne Eintragungen
  • ggf. ärztl. Attest zur gesundheitl. Eignung
  • persönl. Eignung (Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Einfühlungsvermögen, ähnl. Erziehungsvorstellungen wie die Eltern etc.).

Babysitting ist eventuell auch für Mamas/ Papas interessant. Denn das Arbeitsfeld ist gekennzeichnet durch flexible  Arbeitszeiten, Quereinstieg ist jederzeit möglich, freie Wahl der zu betreuenden Familien.

Regionale Anbieter mit Babysitter-Ausbildungen:

 

Allgemeine und grundlegende Informationen zur Kindertagespflege durch eine(n) Tagesmutter/-vater sind im Handbuch Kindertagespflege vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu finden.

Einen umfassenden Einblick in die Kindertagespflege im Bundesland Bayern bietet die Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.

Regionale Anbieter zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen:

 

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© Landratsamt Berchtesgadener Land