Musik soll in der Seele krabbeln – Im Gespräch mit Gabriela Freudenschuß

Welche Klänge und Rhythmen kann ich meinem Körper entlocken? Welche erstaunlichen Töne kann ich mit meiner eigenen Stimme hervorbringen? Diesen und ähnlichen Fragen geht Gabriela Freudenschuß gemeinsam mit Familien auf die Spur. Sie ist Gründerin der Rhythmikwerkstatt, die es seit vier Jahren in Salzburg gibt. Welche Bedeutung Musik für sie selbst hat und wie sie schon mit Babys auf musikalische Entdeckungsreise geht, hat sie mir vor Kurzem persönlich erzählt. Ich möchte euch hier am Blog erzählen, was ich alles erfahren habe.  

Wer ist Gabriela Freudenschuß?

Gabriela Freudenschuß lebt für die Musik. Schon in Kindertagen hat sie diese Leidenschaft entdeckt. Ihr Großvater spielte dabei keine unwesentliche Rolle, denn auch er war sehr musikalisch und konnte wunderschön pfeiffen. Gabriela spielt zahlreiche Musikinstrumente, u.a. zum Bespiel Gitarre, Hackbrett und verschiedenste Flöten. Und sie singt ganz bezaubernd.

Vom Grundberuf her ist Gabriela Freudenschuß ausgebildete Kindergarten- und Hortpädagogin. Im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn hat sie sich zur Orff & Rhythmuspädagogin und zur elementaren Musik und Bewegungs-Inklusionspädagogin sowie zur  integrativen Trommelpädagogin weitergebildet. Sie arbeitete über 30 Jahre lang in Salzburger Kindergärten, wagte dann aber den Schritt in die Selbständigkeit und gründete 2014 die Rhythmikwerkstatt in Salzburg.



Die Philosophie der Rhythmikwerkstatt

Für Gabriela Freudenschuß ist Musik im Herzen zuhause. In ihrer Arbeit mit den Kindern ist es ihr sehr wichtig, Musik mit allen Sinnen erlebbar und spürbar zu machen. Je nach Interesse sollen die Kinder in Ruhe „werkeln“ und ausprobieren können. Die eigene Freude steht im Mittelpunkt, aus sich heraus zu musizieren, sich zu bewegen, zu tanzen, zu improvisieren, Musik selbst zu erzeugen und selbst zu tun. Auf spielerische Weise mit Freude sollen die Kinder in die Welt der Körperlänge in einfache Rhythmen eintauchen können, ein rhythmisches Bewusstsein entwickeln, neue Körpererfahrungen machen, im Bewusstsein mit den eigenen Händen, Füßen, dem gesamten Körper musizieren. Sie sollen spielerisch die Koordination erlernen und festigen.

Grundlage der musikalischen Förderung ist die Verknüpfung und das Zusammenspiel von Musik, Sprache, Rhythmus und Bewegung. Sie fördert die seelisch-geistige und motorische ebenso wie die sprachliche und soziale Entwicklung der Kinder. Musik unterstützt auch die Verknüpfungen der beiden Gehirnhälften. Musikerziehung nimmt somit einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Intelligenz, Kreativität und Sprachvermögen, auf das logische Denken, das räumliche Vorstellungsvermögen, auf die soziale Kompetenz und die Teamfähigkeit – übrigens nicht nur von Kindern.

Auch die Eltern entdecken in den Kursen oft ungeahnte oder vergessene Fähigkeiten, erhalten ebenso wie die Kinder Zeit und Raum für eigene musikalische Entdeckungen.

Jedes Kind hat dabei ganz individuelle Bedürfnisse und eine eigene Weise, zu musizieren, zu singen, zu spielen, zu tanzen und das Erlebte umzusetzen. Dies gilt für gesunde Kinder ebenso wie für solche mit Behinderungen oder besonderen Bedürfnissen. Für viele Kinder ist es aber schon aufregend genug, zuzusehen, die vielen Eindrücke zu sammeln und auf sich wirken zu lassen.

Kursangebote im Überblick

  • Schwanger mit Musik & Klang: Mit Musik ins Leben – schon ab der 18.SSW ist das Gehör des Ungeborenen voll funktionsfähig. Mit diesem Kursangebot begleitet Gabriela Freudenschuß Schwangere bei ihrer Kommunikation mit ihrem ungeborenen Baby. Durch das Summen und Tönen und die Klänge von außen spürt das Kind die emotionale Beziehung von der Mutter über die Musik.
  • Musik mit allen Sinnen: Vom Fühlen zum Erkennen, vom Greifen zum Begreifen, vom Tun zum Verstehen – für Kinder von 0 – 2 Jahre mit Mama/ Papa. In diesem Kurs wird gemeinsam gesungen, geklatscht, gedreht und getanzt. Die Stimme, unser erstes Instrument, wird fröhlich zum Klingen gebracht. Rasseln, Kastagnetten, Schellen und Trommeln sind dabei rhythmisch musikalische Elemente. Mütter/Väter machen mit, so können die Kleinen durch beobachten, hinhören – nachahmen, Schritt für Schritt in ihrem Tempo, ihrer Entwicklung entsprechend mitmachen.
  • Mittendrin: musikalisches Spiel für Kinder zwischen 2 bis 4 Jahre – Lieder, Reime, Klanggesten werden gesungen, geklatscht, gestampft, gepatscht; mit Instrumenten wie Caxixi’s, Guiro’s, Trommeln, Klangbausteine, Xylophone, Rasseln u.v.m. wird lustvoll und künstlerisch kreativ experimentiert. Die Kinder lernen Musikstücke unterschiedlicher Epochen und Richtungen kennen. Es wird getanzt mit Tüchern, Bohnensäckchen, Federn. Wichtig im Kurs ist die Mischung aus Bewegung und Stille. Auch Entspannungsübungen mit Klängen werden eingesetzt, um bewusst zu machen, was sonst unbewusst abläuft.
  • Elementares Musizieren: Verbindung von Musik, Rhythmus, Sprache, Bewegung, Tanz für Kinder zwischen 3 – 5 Jahre – die Kinder lernen Orff-Instrumente kennen und bringen diese selbst auf vielfältige Weise zum Klingen; sie lernen unterschiedliche Musikstücke, von der Klassik bis zum Jazz kennen, erleben Instrumente aus eigener und anderen Kulturen spielend und bringen diese selbst zum Klingen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Trommeln. Trommeln fördert die Kommunikation und stärkt die soziale Verbundenheit. Es löst auch Blockaden und schafft dadurch einen Ausgleich zum Alltag.
  • Wald-Klang-Erlebnis mit allen Sinnen: Familienzeit im Wald – Auszeit zum Alltag, gleichermaßen zur Entspannung und zum Vergnügen. Gemeinsam werden die Klänge und Töne von archaischen Instrumenten und erdverbundenen Liedern aus aller Welt erlebt,  Töne gefühlt und Klänge gespürt. Die eigene Stimme wird den Tieren im Umfeld geschenkt, dafür werden die Besucher mit der Musik des Waldes belohnt. Gemeinsam wird gelauscht, was da knistert und knackt. Das Wald-Erlebnis gibt neue Anregungen und Impulse in einer stressfreien Umgebung. Es endet immer mit einem gemeinsamen Picknick mit den mitgebrachten Leckereien.
  • kreatives Gestalten mit Musik, Sprache und Bewegung: musikalisch- pädagogische Begleitung für Kinder mit individuellen Bedürfnissen; im Einzelsetting werden Möglichkeiten geschaffen, sich spielerisch, eigenständig, eigenschöpferisch in einer anregenden positiv bejahenden Atmosphäre und den Rahmenbedingungen durch und mit Musik, Rhythmus, Tanz, musizierend, malend, bewegt zu betätigen. Die Instrumente sind dabei Werkzeug als Ausdruck und Vermittler für Elementares Musizieren, Kreatives gestalten für einen phantasievollen Umgang mit Musik zur improvisierenden explorierenden Gestaltung.
  • Instrumental-Spielraum: in der Kleingruppe oder als Einzelstunde bietet Gabriela Freudenschuß Instrumentalunterricht an. Dabei wird auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen eingegangen. Stärken werden gestärkt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene Anfänger sollen sich öffnen für die vielseitigen Zugänge von Rhythmus, Klang und Ton.  Unterstützend werden verschiedene Percussion- und Orff – Instrumente eingesetzt.

Der Ablauf aller Kursangebote ist immer individuell an die Kleingruppe angepasst und läuft nicht nach einem starren Muster ab. Wiederholende Elemente geben Sicherheit. Variationen und Wiederholungen sind die Eigenschaft von Rhythmus, die Wiederkehr des Ähnlichen. Die Kleingruppen sind begrenzt auf maximal 8 Teilnehmer. Die Kurse findet einmal wöchentlich im Pfarrzentrum St. Severin in Salzburg-Sam statt. Sie stehen grundsätzlich für Jedermann offen.

Nähere Informationen zum Kursangebot sowie zu freien Plätzen findest du hier.


 Kontaktdaten


Gabriela Freudenschuß

 

Fotos: aus Privatarchiv von Gabriela Freudenschuß

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